Wenn man einen morschen Balken neu anstreicht, sieht er zwar wieder schön aus, aber im Kern ist er derselbe geblieben. Eigentlich ist er sogar gefährlicher geworden, denn man hält ihn jetzt für belastbarer, als er ist. Wie man diesen Balken austauschen kann, ist leicht vorstellbar, aber wie kann man sich selbst wirklich verändern? Viele sagen: „Nimm dein Leben in die Hand!“, oder: „Du bist deines eigenen Glückes Schmied!“, doch das gleicht eher dem Anstreichen des besagten morschen Balkens.
In der Bibel gibt uns die Geschichte vom verlorenen Sohn Aufschluss darüber, was wirkliche Veränderung eines Menschen bedeutet. Im Lukasevangelium 15,11-32 wird beschrieben, wie der jüngere Sohn einer wohlhabenden Familie beschließt, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen, und sein Erbe fordert, um es in der Fremde auf den Kopf zu stellen. Doch eigentlich bleibt er derselbe verwöhnte Bengel, wie er es von Anfang an war. Erst als das Geld alle ist, er bei den Schweinen sitzt und sich wünscht, von ihrem Futter essen zu dürfen, beginnt er umzudenken. Ihm wird bewusst, dass es selbst den Dienern seines Vaters besser geht. Er beschließt, als Diener zurückzukehren. Doch zu seiner Überraschung wird er zu Hause mit einem großen Fest empfangen und erhält seinen Platz als Sohn zurück.
Die wirkliche Veränderung seines Lebens geschah nicht, als er seine Familie verlassen hat, um sein Leben in die Hand zu nehmen. Sie wurde möglich, als er bei den Schweinen saß und bereit war, sein Leben aus der Hand zu legen. Die wahren Wendepunkte unseres Lebens sind nicht mit unserer Leistung verknüpft, sondern es sind unsere Kapitulationen. Wenn wir aufhören, unseren Weg mit der Brechstange freizumachen, kann ein anderer kommen und mit seiner Kraft viel tiefere Veränderungen anschieben. Doch sollte man sich wirklich trauen, so zu handeln? Wenn es keinen Gott gäbe, dann wäre die Kapitulation nur eine Niederlage. Doch wenn es ihn gibt, dann ist es nicht das Ende, sondern die Wende. Viele Menschen können Geschichten erzählen, wie Gott gerade dann ein Wunder getan hat, als sie aufhörten, es selbst auf die Reihe kriegen zu müssen. Plötzlich haben sich Beziehungen verändert, neue Möglichkeiten taten sich auf oder alte Abhängigkeiten wurden durchbrochen. Wenn du auch das Gefühl hast, dass du wirkliche Veränderung brauchst, dann streiche den morschen Balken nicht neu an. Versuche es mit einer Kapitulation und bete zu Jesus.
