Was ist die Aufgabe eines Christen in einer unsicheren Welt?
Jesus hat in der Bergpredigt die Identität seiner Nachfolger neu definiert mit den Sätzen „Ihr seid das Salz der Erde“ und „Ihr seid das Licht der Welt“. Ein Auftrag und zwei sehr unterschiedliche Elemente. Das Licht braucht Abstand und das Salz Nähe, um seine Wirkung zu entfalten. Jesu Nachfolger sollen also leben, wie Menschen, die nah und gleichzeitig fern sind. Sie sollen dem Schwachen nah sein, sich vom Leiden nicht wegdrehen und im persönlichen Umfeld für Besserung sorgen. Sie sollen wie Jesus sein, der selbst dem Aussätzigen näherkam und ihn mit einer Berührung heilte. Weil sie sich selbst als Gerettete begreifen, müssen sie sich nicht in Sicherheit bringen, sondern können trotz Schwierigkeiten ein Segen sein, ganz nah.
Gleichzeitig nennt Jesus seine Nachfolger Licht. Wenn Licht zu nah kommt, verbrennt man sich die Finger. Man platziert es so, dass es den ganzen Raum erleuchtet, damit man sich zurechtfinden kann. Jesus konnte die Verirrung der Menschen ansprechen, ohne lieblos zu sein und sie zurück auf den Weg mit Gott führen. Jesus sandte die Christen als Licht, weil sie die einzigen Menschen sind, die die vergebende Liebe Gottes am eigenen Körper erfahren haben. Er war Gott und hielt es nicht für eine Schande Mensch zu werden, er sprach Worte der Freiheit für Gefangene, berührte die Kranken für ihre Heilung und starb für ein verlorenes Volk, um sie zurück zu Gott zu führen. Dieses Vorbild gibt Jesus seinen Nachfolgern in einer Welt voller Spannungen und Veränderungen.
