Immer mehr Menschen haben Sehnsucht nach Weniger. Eigentlich war das anders geplant. Viele wollten sich einen bescheidenen Wohlstand aufbauen, ihr Leben mit schönen Dingen anfüllen und dann glücklich werden. Doch nachdem nun das Leben so angefüllt ist, fühlt es sich immer mehr überfüllt an. Aus der Sehnsucht nach Mehr, wurde eine Sehnsucht nach Weniger. Trendzeitschriften sprechen von Minimalismus und Achtsamkeit. Diäten sollen nicht nur den Körper entschlacken, sondern den Anstoß für ein neues Lebensgefühl geben.
Doch von welchen Dingen brauche ich weniger, um glücklich zu werden? Geht es um das, was meine Schränke füllt? Oder geht es um meinen überdehnten Terminplan? Sollte ich mein Körpergewicht kontrollieren? Sollte ich schlechtes Denken reduzieren, oder den Druck, welchen ich mir häufig mache?
In der Bibel gibt es einen Mann, welcher der Sehnsucht nach Weniger konsequent Rechnung trägt. Er beschreibt sich selbst als Wegbereiter des wichtigsten Mannes der Geschichte. Er sieht seine Berufung darin, diesen groß rauszubringen. Es ist Johannes der Täufer, der in Johannes 3,30 über Jesus schreibt: Er muss immer größer werden und ich immer geringer.
Johannes sah seinen Lebensinhalt nicht in der Verwirklichung seiner eigenen Träume, sondern darin, Teil einer größeren Geschichte zu sein. Viele kennen das Musical König der Löwen. Wer würde in diesem Spektakel gerne die Hauptrolle spielen? Die meisten geständen sich ein, dass diese Aufgabe ein paar Nummern zu groß wäre. Doch ein wirklicher Fan würde alles darum geben, selbst die kleinste Rolle als Statist zu bekommen. Genauso war Johannes lieber Nebenrolle der größten Geschichte der Menschheit, als Hauptrolle in seinem eigenen kleinen Leben.
Wenn Jesus uns in der Bibel auffordert ihm nachzufolgen, lädt er uns ein, Teil Seiner Geschichte zu werden. Er lädt uns ein, das eigene Ego herunterzufahren, und Ihm den ersten Platz in unserem Leben zu geben. Wie wäre es, zum Frühstück statt der Tageszeitung in der Bibel zu lesen? Was würde passieren, wenn man auf den nächsten Angstschub mit einem Gebet reagierte? Könnte man nicht auch das Beleidigtsein aufgeben, und einem Bekannten ganz selbstlos vergeben? Auf diese Weise könnte unsere Sehnsucht nach Weniger wirklich zum Ziel führen.
