Viele Menschen beginnen in einer schweren Krise nicht nur gegen das Leid, sondern auch gegen Gott zu kämpfen. Doch wenn wir verstehen, dass anhaltende Krisen aufgeteilt in einzelne Phasen erlebt und verarbeitet werden können, keimt Hoffnung auf. Wie können Menschen inmitten von unlösbarem Schmerz und chronischen Belastungen dennoch Frieden und Zuversicht finden? Pastor Daniel Schulze hat diese Frage auf eindrucksvolle Weise durchlebt und verarbeitet. In seinem Buch „Die einen tragen Steine, die anderen Gold“ teilt er seine bewegende Lebensgeschichte, die von einer schweren Autoimmunerkrankung geprägt ist. Er zeigt, wie der Glaube nicht nur Trost, sondern eine tragende Ressource für Heilung und Lebensmut sein kann – selbst in den dunkelsten Momenten.
Es ist eine Spannung, die viele Christen kennen: Sie wissen, dass sie in Jesus schon jetzt Anteil an Rettung, Erlösung und Heilung haben – oft auch ganz physisch erfahrbar. Gleichzeitig bleiben manche Dinge zeitlebens ungeheilt, unerlöst, ungerettet. Wie passt das zusammen? Und noch wichtiger: Wie kann man damit leben, ohne daran zu zerbrechen? Viele Menschen zermürbt es, wenn sie sich mit Themen auseinandersetzen müssen, die nicht gelöst, sondern nur ausgehalten werden können. Chronische Schmerzen sind ein typisches Beispiel. Sie nagen an Kraftreserven, Lebensfreude und Glauben. Daniel Schulze hat dies selbst erlebt und bietet mit seinem Buch einen „Selbsterkenntnis-Helfer“, der Hoffnung weckt: Mitten in dieser Welt, mit all ihrem Schmerz und Unlösbarem, ist es möglich, ein Leben voller Akzeptanz und Frieden zu führen.
Mit seinem einzigartigen 5-Phasen-Modell, den „Fünf Ländern der Heilung“, bietet Schulze eine klare Orientierung für Menschen, die mit chronischen Krisen kämpfen. Die fünf Länder – Verdrängung, Kampf, Trauer, Akzeptanz und das Land Gottes – beschreiben den inneren Weg, den Schulze selbst gegangen ist, und laden Leserinnen und Leser dazu ein, ihre eigenen Prozesse zu reflektieren und aktiv anzugehen.
„Es ist eine Spannung, die uns alle betrifft: Wir wissen um Gottes Heilungskraft und leben doch in einer Welt, in der vieles unvollständig bleibt. Doch genau darin liegt die Chance, innerlich heil zu werden“, so Schulze. Dabei verzichtet er bewusst „auf all die viel gehörten und unbedachten Floskeln, die auch Christen beim Thema Leid und Krankheit von sich geben. Stattdessen schenkt er uns eine beeindruckende Mischung aus persönlichen Einsichten, biblischen Perspektiven und lebenstauglichen Orientierungshilfen – gewürzt mit einem Maß an Weisheit, Reife und kluger Einschätzung, das mich staunen lässt“, schreibt der Schweizer Theologe und Buchautor Thomas Härry im Vorwort.
Ein besonderer Aspekt des Buches ist auch die Rolle und Bedeutung seiner Frau Miriam. Bereits zu Beginn ihrer Ehe entschied sie sich ganz bewusst, die Krankheit als Teil ihres Lebens anzunehmen und ihren Mann auf seinem Weg der Heilung zu begleiten. Trotz eigener Herausforderungen blieb sie an seiner Seite und unterstützte ihn mit tiefer Liebe und Glauben. Am Ende jedes Kapitels gibt Miriam eine persönliche Einordnung aus der Sicht einer Angehörigen und bietet wertvolle Tipps für Partner und Freunde, die ebenfalls mit den Belastungen einer Krise konfrontiert sind. Ihre Perspektive ist eine zusätzliche Bereicherung des Buches und zeigt, wie Heilung nicht nur individuell, sondern auch in Beziehungen möglich ist.
Das Buch wird durch biografische Erlebnisse, spirituelle Einsichten und praktische Hilfen zu einem kraftvollen Begleiter durch Lebenskrisen. Schulze schreibt mit einer Mischung aus Ehrlichkeit, Humor und Tiefe und integriert eigene Liedtexte, die emotionale Zugänge zu jeder Phase schaffen.
„Die einen tragen Steine, die anderen Gold“ ist ein Trostspender und Mutmacher für alle, die nicht nach der Ursache des Leids suchen, sondern danach, wie man mitten darin leben und wachsen kann.